180
Automotive insights Fossilfreier Stahl wird Wirklichkeit
Docol - Der Stahl für die Automobilindustrie

FOSSILFREIER STAHL WIRD WIRKLICHKEIT

Ein Blick auf das HYBRIT-Projekt von SSAB und die Frage, warum nachhaltige Lösungen für den kompletten Lebenszyklus eines Fahrzeugs eine Notwendigkeit werden.

Früher war die Qualität, die in der Automobilindustrie der „Hygienefaktor“ genannt wurde, der grundlegende Faktor für die Kundenzufriedenheit. Viele sind heute der Ansicht, dass ein neuer Faktor das Zepter übernommen hat – Nachhaltigkeit.

Wer die Entwicklung der Branche über die vergangenen 20 Jahre verfolgt hat, kann dem kaum widersprechen. Die OEM-Hersteller setzen zunehmend höhere Maßstäbe und Ziele in Bezug auf die Nachhaltigkeit. Dinge wie die Verwendung von hochfesten Materialien wie etwa extra- und ultrahochfesten Docol® Stählen zur Reduzierung des Bauteilgewichts und Steigerung der Kraftstoffwirtschaftlichkeit sind weit verbreitet. Darüber hinaus haben sich Hybrid- und Elektrofahrzeuge auf dem Markt etabliert und einige OEM-Hersteller haben sich sogar das Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen in den nächsten drei Jahrzehnten ganz zu eliminieren.

Die Auswirkungen dieser Maßnahmen können tiefgreifend sein, doch etwas darf dabei nicht vergessen werden. Die Nachhaltigkeit wird schon bald für den vollständigen Lebenszyklus eines Fahrzeugs gemessen und geeignete Lösungen werden zu einer Notwendigkeit werden.

Woran bemisst sich der Grad der Nachhaltigkeit eines Fahrzeugs?

Heute wird die Nachhaltigkeit eines Fahrzeugs ausschließlich anhand der Emissionen aus dem Auspuffrohr gemessen, doch gibt es sehr viel mehr Faktoren, wie eine Lebenszyklusanalyse (LCA) zeigt.

Zwar werden während der Nutzungsphase eines Fahrzeugs die meisten Emissionen erzeugt, doch auch die Produktions- und Recyclingphasen haben beträchtliche Auswirkungen auf die Treibhausgasemissionen.

Was muss sich also ändern, damit auch der CO2-Ausstoß in diesen Stufen Berücksichtigung findet?
Die Antwort ist ein kritischerer Blick auf die Lieferkette, wenn es um die Evaluation von Materialien geht und die Entscheidung für Materialien, die einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck erzeugen und von Lieferanten stammen, die ihre Verantwortung für ihre Auswirkungen auf die Umwelt ernst nehmen.

Hybrit

HYBRIT – für fossilfreien Stahl

Bei SSAB möchten wir die Verantwortung für unseren Anteil am weltweiten Kohlenstoffausstoß übernehmen. Aus diesem Grund haben wir ein spezielles Projekt zur Entwicklung einer fossilfreien Stahlerzeugung eingeleitet, das den Namen HYBRIT trägt. Dieses Gemeinschaftsprojekt zwischen SSAB, LKAB und Vattenfall zielt darauf ab, eine Lösung für eine fossilfreie Stahlerzeugung zu entwickeln. Martin Lindqvist, CEO von SSAB, erklärt:

„SSAB möchte ein Teil der Lösung für den Klimawandel sein. Der Übergang zu einer fossilfreien Stahlerzeugung hat bereits begonnen und wir arbeiten jetzt die Details aus, um zu sehen, wie der Weg dorthin aussehen wird. Wir sind überzeugt davon, dass dies der richtige Weg ist und dass dies für unser Unternehmen viele spannende Geschäftschancen eröffnet.“

Gegenwärtig werden Kohle und Koks verwendet, um Eisenerz in Eisen umzuwandeln. Bei diesem Prozess werden große Mengen Kohlendioxid erzeugt. Die Idee hinter HYBRIT ist die Verwendung von Wasserstoff, der mit Strom aus fossilfreien Quellen erzeugt wird. Anstelle der CO2-Emissionen entsteht dabei ausschließlich normales Wasser. Schweden und Finnland haben einzigartige Möglichkeiten, um die Initiative für einen fossilfreien Stahl voranzutreiben. Die Länder haben eine hohe Verfügbarkeit von klimafreundlichem und fossilfreiem Strom, die hochwertigsten Eisenerze in Europa sowie eine spezialisierte und innovative Stahlindustrie.

Die Initiative hat im vergangenen Winter in Folge einer Machbarkeitsstudie für eine Pilotanlage grünes Licht bekommen. Jetzt haben die Bauarbeiten begonnen und die Pilotanlage soll 2020 betriebsbereit sein.

„Mit dem Baubeginn für die Pilotanlage, bei der wir die Technologie für eine fossilfreie Stahlerzeugung entwickeln und skalieren werden, machen wir einen wichtigen Schritt in Richtung des Ziels von SSAB, bis 2045 fossilfrei zu sein“, sagt Lindqvist. „Wir sind stolz darauf, Teil eines wichtigen und anspruchsvollen technologischen Wandels zu sein, der ein wichtiger Beitrag zur Lösung der Klimaprobleme werden kann.“

Erfahren Sie mehr über das HYBRIT-Projekt.
Abonnieren Sie unseren kostenlosen monatlichen Newsletter Automotive Insights und lesen Sie relevante, vertiefende Artikel über Fragen Ihres Geschäfts.

Indem Sie dieses Formular senden, stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu.